Tiefer Mond




Unterengstringen, 1957
Oel auf Leinwand, 130 x 162 cm
Bezeichnet unten rechts: "M Gubler 57"
Privatbesitz


1957, in seinem letzten Schaffensjahr, malte Max Gubler eine Reihe von Nachtlandschaften mit einem tief stehenden Mond. Die Abstraktion ist in diesen Bildern weit fortgeschritten, die Bildsprache ist expressiv gesteigert in der Reduzierung der gegenstandsgebundenen Form und in der Farbe, die nur noch auf wenige einander unterstützende Töne konzentriert ist. Anklänge an den abstrakten Expressionismus, den Tachismus und an die von Gubler geschätzte Malerei Nicolas de Staels sind spürbar. Die vorliegende Landschaft zeigt den Ausblick vom Atelier Richtung Zürich. Das Schema der drei Raumschichten, wie es aus den früheren Bildern bekannt ist, zeichnet auch dieses Gemälde aus. Jeder dieser Schichten entspricht hier ein vorherrschendes Farbklima: Grau im Vorder-, Rot, Schwarz und Violett im Mittel-, Blau und Schwarz im Hintergrund. Der intensiv rote Mond hinter dem Gaswerk ist das leuchtende Zentrum des Bildes.

Doris Fässler  p. 170
Max Gubler
Museum für moderne Kunst der Stadt Lugano,
( 10.September - 5. November 1995 )